Hier finden Sie eine Auswahl der Presseartikel seit 2000:

 

Bückeburg (27.04.2010, Dietlind Beinssen)

Pastor Heinz Schultheiß

Schwung und viel Gefühl

Musikalische Veranstaltungen im stimmungsvollen Ambiente initiert Pastor Heinz Schultheiß in schöner Regelmäßigkeit. Beim hervorragend besuchten Konzert am Sonntagabend war der „Junge Kammerchor Hannover“ in der akustisch optimalen Petzener Kirche St. Cosmas und St. Damian zu Gast.

Das in jeder Beziehung animierte Ensemble stand unter behänder Leitung von Andreas Mattersteig, der bekanntlich auch für den „Schaumburger Jugendchor“ verantwortlich zeichnet. Der agile Dirigent ließ seine vielseitige Crew allerdings ganz andere musikalische Wege abschreiten, denn stimmliche Beweglichkeit wurde genauso groß geschrieben wie körperliche. Auf diese Weise ging es sehr lebendig und rundheraus überzeugend zu. Zumeist moderne Kompositionen waren es, die unter dem Tenor „O wunderbare Harmonie...“ ein aufschlussreiches Bild von der Leistungsfähigkeit dieser Vokalisten vermittelten. Die dicht gedrängt sitzenden Zuhörer hatten 90 pausenlose Minuten lang allen Grund, den Darbietungen froh und erwartungsvoll zu lauschen.

In vier Abschnitte fächerte die Formation die Programmfolge frisch – geläufig auf. Das apart registrierte Singen pulsierte im ersten Block zwischen vertrauteren und modernen Werken von Polay, Brahms, Reger und Clausetti. Aber bei nachvollziehbar gebrachten Kompositionen von Vic Nees, Lorenz Maierhofer, Jósef Swider, Franz Biebl und Knut Nystedt, verfolgten die Anwesenden die oft ungewöhnlichen Tonnuancen später ebenfalls mit sichtbarem Interesse. Von Nystedts „I will praise thee, O Lord“ führte der Weg schließlich zum farbigen Final-Abschnitt, der mit Distlers „Feuerreiter“ startete. Letzterem merkte man am dynamischen Spektrum an, dass er eine Spezialität der Truppe ist. Dieser „Dreischritt“ beinhaltete selbstverständlich die titelgebende und deshalb besonders intensiv ausgemalte „Wunderbare Harmonie“ sowie das schillernde „Insalata Italiana“. Gelungene Orgel-Sprech-Einschübe und eine drollige Zugabe rundeten die mit prasselndem Beifall bedachte Gesangsshow ab.


 

Hannover (15.11.2008, Christian Seibt)

Vertonte Liebesgedichte und hebräische Schätze

HANNOVER. Schwebende Vokalklänge im vollbesetzten Molanus-Lesesaal der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Bibliothek: Anlässlich der Ausstellungseröffnung "Hebräische Kostbarkeiten" aus der Sammlung Andor Izsák lassen sich im Rahmen der Herbsttage der Jüdischen Musik 2008 gut 120 Zuhörer von den vertonten Liebesgedichten eines Teenagers davontragen.

Doch diese sind mit einer erschütternden Geschichte verbunden. Das Mädchen, das die sensiblen Zeilen schrieb, wurde 1942 von Deutschen ins Arbeitslager Michailowska in der Ukraine deportiert. Dort verstarb Selma Meerbaum-Eisinger an Typhus. Sie war Jüdin. Unter dem Wenigen, was von ihr blieb, hat ihr handschriftlicher Gedichtband "Blütenlese" überdauert.

Der hannoversche Komponist Michael Albert hat die Verse in Chorwerke gefasst und mit Kompositionen von Felicitas Kukuck zusammengeführt. unter der Leitung von Andreas Mattersteig singt der Junge Kammerchor Hannover, er pendelt beeindruckend klar und zart zwischen Melancholie und und Freude, Beschwingtheit und Schwermut. Ein literarisch-musikalisches Ereignis.

 

Hannover (10. November 2008, Henning Queren)

Eröffnung der Herbsttage: 
Ergreifender Mahler im Kuppelsaal


Mit einem ergreifenden Konzert wurden die Herbsttage der jüdischen Musik eröffnet: Ministerpräsident Christian Wulff und Oberbürgermeister Stephan Weil erinnerten an die Bedeutung der jüdischen Kultur

Bessere Musik hätte man nicht wählen können: Mit dem Schlusssatz aus Gustav Mahlers "Auferstehungssinfonie" wurden gestern Abend die Herbsttage der Jüdischen Musik im gut besuchten Kuppelsaal eröffnet. Thema: "Gedenken und Zuversicht". Der NDR übertrug das Konzert live.

Stardirigent Moshe Atzmon leitete die Radiophilharmonie und einen eigens gebildeten Chor der Herbsttage im monumentalen Schlusssatz: Was entstanden ist, das muss vergehen! Was vergangen, auferstehen!". Für das innig und vergleichsweise langsam gesungene "Urlicht" war die gefeierte US-Sopranistin Helen Donath gewonnen worden. Tränen der Rührung im Publikum und Riesenbeifall!

Im ersten Teil des Konzert standen jüdisch-liturgische Musik unter anderem von Louis Lewandowski und Salomon Sulzer auf dem Programm. Andor Iszák, Gründer und Leiter des Europäischen Zentrums für jüdische Musik dirigierte mehrere hundert Sänger und Sängerinnen verschiedener Synagogalchöre.

Große Erschütterung, als Kantor Benjamin Meissner inmitten eines gesungenen Gebets die Namen der Konzentrationslager von Auschwitz bis Treblinka aufzählte. ...

 

Hannover (29. September 2008, Sigrid Krings)

Anrührend
Der Junge Kammerchor Hannover in der Markuskirche

Klein und schlank war Selma Meerbaum-Eisinger, wilde braune Locken umrahmten ihr zartes Gesicht. Immer war sie in Bewegung, heiter und ausgelassen, doch gleichzeitig zerbrechlich und äußerst sensibel. Wehmut und Schmerz zerrissen ihre Seele, Sehnsucht und bedingungslose Liebe erfüllten das Herz der jüdischen Dichterin, die 1942 im Alter von 18 Jahren in einem ukrainischen Arbeitslager an Typhus starb.

Ihr Fühlen und Sehnen, ihre Freude und ihr Leid hat sie in Form des Gedichtbands „Blütenlese“ mit 57 Gedichten der Nachwelt hinterlassen. Einen Teil dieser Gedichte führte nun der Junge Kammerchor Hannover unter der Leitung von Andreas Mattersteig, erstmals in einem Liederzyklus vertont von dem hannoverschen Komponisten Michael Albert, auf. Und schaffte es in dem knapp zweistündigen Konzert in der Markuskirche, ein zutiefst anrührendes Bild der jungen Jüdin und ihrer wechselhaften Gefühlswelt erstehen zu lassen. Mit zartem Gespür für die verschiedenen Stimmungslagen meisterten die rund 30 Sängerinnen und Sänger mühelos
die äußerst dissonant und anspruchvoll gesetzten Stücke, die sich mit ergreifenden Gedichtrezitationen des Schauspielers Ernst-Erich Buder und
einfühlsam vorgetragenen Solostücken der Sopranistin Susanne Avenarius abwechselten. Einzig die eingeschobene Orgelmeditation von Karel Ricanek ließ einen Hauch zu viel Weltuntergangsstimmung aufkommen.



 

Isernhagen (20. September 2008, Ariane Arndt)



"Blütenlese: Konzert bewegt"
140 Zuhörer in der Marienkirche

Tief bewegt verließen die Zuhörer die Marienkirche. Fast alle Kirchenbänke waren besetzt, an die 140 Besucher kamen zu dem außergewöhnlichen Konzert am Wochenende. Außergewöhnlich war der Mensch, dem der Abend gewidmet war: Selma Meerbaum-Eisinger, eine junge Lyrikerin, die, gerade 18 Jahre alt, am 16. Dezember 1942 im deutschen Arbeitslager Michailowska in der Ukraine an Flecktyphus starb. Unterschiedliche Akteure gestalteten das Chorkonzert „Blütenlese“, genannt nach der Gedichtsammlung, die die junge Jüdin im Juni 1942 zurückließ, als sie ins Lager deportiert wurde. Am Beginn stand die Uraufführung des Blütenlese-Liederzyklusses des hannoverschen Komponisten Michael Albert. Auch weitere Vertonungen der von Sehnsucht und Trauer geprägten Lyrik der deutschsprachigen Jüdin trug der Junge Kammerchor Hannover unter Leitung von Andreas Mattersteig vor, gemeinsam mit der Sopranistin Susanne Avenarius und Martin Helge Lüssenhop an der Orgel und am Klavier. Schauspieler Ernst-Erich Buder rezitierte einige Gedichte. „Und bist mir doch das Schönste, das Eine, / um das ich sie trage, die Einsamkeit“, heißt es in einem Gedicht von Selma Meerbaum-Eisinger. Ihrem Freund Leyser Fichmann hatte die junge Frau „Blütenlese“ gewidmet. Fichmann starb bei dem Versuch, Palästina zu erreichen.vergessen konnte.


 

Hannover (14. Februar 2008, Annika Szankowski)



"Laienchor mit hohem Anspruch"

Der Junge Kammerchor Hannover hat sein zehnjähriges Bestehen verschlafen: "Da gibt es nichts zu beschönigen", sagt Stefan Zimmermann vom Chorvorstand mit einem Augenzwinkern. Doch anstatt sich über den verpassten runden Geburtstag zu ärgern, hat sich das Missgeschick für den Jungen Kammerchor als wahre Inspirationsquelle erwiesen. "Hilfe, Jubiläum!" heißt das neue Stück, in dem der Chor die Geschichte in einem Mix aus szenischen Spieleinlagen und A-cappella-Chormusik mit viel Humor erzählt und sich selbst auf die Schippe nimmt.

Der gemischte Chor ist vor nun inzwischen elf Jahren von Andreas Mattersteig gegründet worden. Zuvor hatte er selbst im Landesjugendchor Niedersachsen gesungen. "Für mich war es ein großes Vorbild, wie der Landesjugendchor mit der Musik umgeht", sagt Mattersteig, der Schulmusik sowie Chor- und Ensembleleitung studiert hat. Die Grundidee "sich von mehreren musikalischen Seiten zu zeigen" (Mattersteig), setzt der Chor in seinem umfangreichen Repertoire um, das klassische Chor- und Weltliteratur mit Schlager, Jazz und Pop vereint. Dabei beschränken sich die 30 Sängerinnen und Sänger im Alter zwischen 17 und 30 Jahren nicht nur auf das Singen. Sie schreiben auch Szenen, entwerfen das Bühnenbild und entwickeln Choreografien. Zudem werden viele Stücke von Chormitglied Michael Albert selbst komponiert oder neu arrangiert. "Wir sind ein sehr professioneller Laienchor", sagt Albert. Aber vor allem könne der Chor die Musik so umsetzen, dass der Funke auch auf das Publikum überspringe. Die persönlichen Fähigkeiten eines Sängers sind dabei besonders wichtig, denn in einem Kammerchor werden - im Gegensatz zu einem klassischen Konzertchor - einzelne Stimmen manchmal nur von wenigen Sängern gehalten.

Für Anke Rogon, die als eine von wenigen fast seit der Geburtsstunde des Jungen Kammerchores dabei ist, macht vor allem die Vielfältigkeit der Musik das Besondere aus: "Wir singen nicht nur Noten ab, sondern bringen ein Lied zum Leben." Dafür üben die 20 Frauen und zehn Männer jeden Mittwochabend ab 19.30 Uhr im Gemeindehaus der Markuskirche in der Hubertusstraße 4. Für Neuzugänge ist der Chor durchaus offen. "Vor allem junge Leute sind sehr willkommen", sagt Mattersteig. Stimme und Musikalität seien natürlich wichtig, aber bei jüngeren Sängern werde die Messlatte noch nicht so hoch angelegt, da sich die Stimmen im Chor noch entwickeln könnten.

Auch wenn Chorleiter Mattersteig seit Bestehen des Kammerchors schon viele Gesichter gesehen hat, ist die Gruppe eine eingeschworene Gemeinschaft, in der sich Freundschaften entwickelt haben. Und so gehört ein gemeinsames Probenwochenende jedes Jahr zum festen Programm. An solch einem Wochenende spielt übrigens auch das neue Stück, in dem die Zuschauer einen Einblick in das Chorleben bekommen, typische Charaktere eines Chors kennen lernen - und erfahren, wie dieser seinen zehnten Geburtstag vergessen konnte.




 

Wilkenburg (26. Juni 2007, Corinna Korthals)



"Sänger schwelgen in Liedern über Liebe"

Junger Kammerchor

Junger Kammerchor Hannover konzertiert in der St.-Vitus-Kirche vor mehr als 200 Gästen.

Wilkenburg. "Ew'ge Lust und Seligkeit" - das ist nicht unbedint ein Thema, das sich für ein Kirchenkonzert aufdrängt. Doch der Junge Kammerchor Hannover überzeugte die mehr als 200 Zuhörer in der Wilkenburger St.-Vitus-Kirche am Sonntagabend vom Gegenteil.

Lieder über die Verwirrung und Verirrung des Herzens, über Liebe und Lust und den anschließenden Herzschmerz präsentierte der Kammerchor unter der Leitung von Andreas Mattersteig.

Die etwa 20 Chormitglieder bewiesen bei der Zusammenstellung ihres Programms ein gutes Höndchen. Denn die Stücke rutschten nicht ins seichte Liedgut ab.

Madrigale wie das "Reuerliedlein" von Melchior Franck, "Tanzen und Springen" aus dem "Lustgarten neuer teutscher Gesäng" von Hans Leo Haßler und "Hirtenlust" von Johann Hermann Schein spiegelten die barocke Lebenslust wider.

Großen Anklang fand beim Publikum das Stück "Ach weh des Leiden" aus dem "Lustgarten neuer teutscher Gesäng", das dem Kammerchor spontan langanhaltenden Applaus bescherte. Auch bei den zwei Gesängen aus dem Hohelied der Bibel von Melchior Franck entlockte Dirigent Andreas Mattersteig seinem Chor viel Intensität und Gefühl.

Nach dem finalen Chorlied über die Liebe von Peter Cornelius und Johannes Scheffler bedankten sich die Zuhörer mit großem Applaus bei den jungen Sängern. Diese revanchierten sich mit einer Zugabe.




 

Bildzeitung Hannover (1. November 2006, Angi Baldauf)



"Hicks! Kneipentour mit dem Jungen Kammerchor"

Das ist hochprozenige Unterhaltung... Der "Junge Kammerchor Hannover" (Foto) hat eine beschwingte Idee. Mit dem prickelnden Programm "Hicks" gehen die 30 Superstimmen auf musikalische Kneipentour. Trällern Schwips-Songs und lustige Trinklieder von Haydn, Bach, Strauss, den Comedian Harmonists in sehr gutgelaunten Versionen. Und begeistern mit einer spritzigen Show, die durch neun hannöversche Kneipen führt - obwohl es im Lister Turm stattfindet. Die Premiere war pickpacke voll, deshalb wird am Mittwoch, 8. November, um 20 Uhr nachgeschenkt unter Leitung von "Barkeeper" Andreas Mattersteig und Barpianistin Sinje Bode. Tickets: 6-8 Euro. Reservierung: 0511 168 42 403. (ab)



 

Deister-Leine-Zeitung (27. September 2006)



"Herzilein" einmal ganz anders gesungen 

Der Junge Kammerchor Hannover begeisterte mit seinem Programm "Hicks" sein Publikum. Unter der Leitung von Andreas Mattersteig absolvierten die Sängerinnen und Sänger einen abwechslungsreichen „Kneipenbummel“ im Kulturzentrum Barsinghausen. Fotos: Freitag


Junger Kammerchor präsentiert sein neues Programm

Barsinghausen (sfr). „Herzilein“ und ‚Junger Kammerchor Hannover‘: Passt das? Ja, das passt. Denn „Herzilein“ - berühmt-berüchtigt durch die Wildecker Herzbuben kann auch „anders“ gesungen werden. Charmant-augenzwinkernd verpackt mit kleiner Story gehörte dieser „Klassiker“ der Volksmusik am Sonntagabend mit in das Repertoire des Jungen Kammerchores Hannover im Kulturzentrum Barsinghausen (KuBa). Dort präsentierten die rund 25 jungen Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Andreas Mattersteig ihren abwechslungsreichen Kneipenbummel „Hicks“. Mit kleinen Szenen an der Bar, witzigen Ideen und schauspielerischem Talent verband der Chor in seinem Ohrenschmaus klassische Literatur von Johann Strauß oder Joseph Haydn mit aktuellen Songs oder A-Capella-Hits der Comedian Harmonists. Auch in den Soli zeigte sich die ganze Bandbreite des Chorrepertoires: So entführte zum Beispiel Constanze Albers mit ihrem hellen Sopran die Gäste mit „Ei! Wie schmeckt der Coffee...“ in die Musik Johann Sebastian Bachs, während Dete Blume mit ‚Joe, noch einen!“ aus dem Film „Müllers Büro“ an der Bar versackte. Verbindendes Element: Getränke aus der Bar, angefangen vom Tee in „Tea for two“ über den Calypso „Rum and Coca Cola“ hin zum „ertrunkenen“ Liebesschmerz in „Liebe und Wein“ von Felix Mendelssohn Bartholdy oder „Egon (Friedel Hensch und die Cypris)“. Begleitet wurde der Chor von Sinje Bode am Piano. Als Tänzerin illustrierte Julia K. Winkler „Wenn die Sonja russisch tanzt“ der Comedian Harmonists.Viel Applaus und Zugaben beendeten das knapp zweistündige Konzert vor rund 50 Gästen. Der Junge Kammerchor Hannover (JKH) wurde 1997 gegründet. Neben Wochenenden trifft er sich wöchentlich zu Proben in Hannover. Neue Sängerinnen und Sänger mit Chorerfahrung und sicheren Notenkenntnissen werden ab Oktober wieder aufgenommen.

Nähere Informationen zum Chor sind im Internet unter www.junger-kammerchor-hannover,de zu finden. "Hicks“ ist noch einmal am Samstag, 7. Oktober, um 20 Uhr im Freizeitheim Lister Turm in Hannover zu hören und zu sehen.




 

Stadtanzeiger Ost (31. März 2005, Andreas Schinkel)



"Fernsehshows helfen dem Jungen Kammerchor"
Der junge Chorleiter mit dem modischen Kurzhaarschnitt setzt sich vor das elektronische Klavier und blickt konzentriert in 26 Augenpaare. "Nehmt eine gerae Haltung ein und dann gehts los". Ein mehrstimmiger getragener Gesang erfüllt den Proberaum des Jungen Kammerchors Hannover in der Hubertusstraße 4. "Heute üben wir ein kirchliches Stück, doch wir singen auch weltliche Lieder aus Klassik, Romantik, Jazz, Swing und Pop", erzählt Chorleiter Andreas Mattersteig. Jeden Mittwochabend ab 19.30 Uhr proben die Mitglieder des seit acht Jahren bestehenden Chors im Gemeindehaus der Markuskirche. Das Durchschnittsalter der 30 Chormitglieder liegt bei etwa 30 Jahren. Vor allem Studenten, aber auch junge berufstätige Akademiker zieht es nach der Arbeit in den Proberaum in der List. "Singen ist zurzeit in", meint der Chorleiter, "insbesondere bei jungen Frauen". Auch die populären Casting-shows im Fernsehen hätten dazu beigetragen, dass gerade junge Leute das Singen für sich entdeckten. "Im Chor zu singen ist einfacher, weil der einzelne von vielen anderen Sängern in seiner Stimme getragen wird". Bei einem Kammerchor verdünnt sich dieser Effekt. Gegenüber einem klassischen Konzertchor mit 60 Sängern werden in einem Kammerchor einzelne Stimmen zum Teil mit nur drei Sängern gehalten. "Da kommt es dann sehr auf die individuellen Fähigkeiten an", weiß Andreas Mattersteig. Der junge Kammerchor stellt sein Programm häufig unter ein bestimmtes Thema, beispielsweise "Liebeslieder aus fünf Jahrhunderten" um eine roße Bandbreite musikalischen Ausdrucks zu eröffnen. "Da wird der Chor ganz schön gefordert", sagt Mattersteig. Um den jungen Laiensängern auch außerhalb der Proben Gelegenheit zum Übern zu geben, hat der Chorleiter eine "Übe-CD" entwickelt. "Auf einer Tonspur singe ich die jeweilige Stimme, auf der anderen ist Klavierbegleitung zu hören", erläutert Mattersteig . Mit dem Balance-Regler an der heimischen Stereoanlalge kann ein Übender die Stimme des Chorleiters ausblenden und durch den eigenen Gesang ersetzen. "So können die Leute auch im Auto auf dem Weg zur Arbeit üben", meint Mattersteig.

Bisher ist der Junge Kammerchor vor allem in der Markuskirche aufgetreten. "Für ein paar Auftritte im Jahr bekommen wir das Gemeindehaus als Proberaum zur Verfügung", erklärt Chorvorstand Stefan Zimmermann. Doch jetzt sei es wichtig, auch außerhalb der Kirche Konzerte zu geben. Seine Vielseitigkeit will der Chor auf der großen "Mittsommernacht der Chöre" am 24. Juni in der Neustädter Hof- und Stadtkirche unter Beweis stellen. asl




 

Hildesheimer Allgemeine Zeitung (27. Januar 2005) WEICHER KLANG Junger Kammerchor Hannover in St. Mauritius

HILDESHEIM. Ein großer Bogen war zu spannen im Konzert des Jungen Kammerchors Hannover in der Mauritiuskirche: von geistlicher Chormusik zu weltlicher Chormusik, von der Renaissance über die Romantik zur Moderne. Ganz klar, dass solch unterschiedliche Stilrichtungen ganz unterschiedliche Anforderungen an die Sänger und ihren Chorleiter Andreas Mattersteig stellen. Gleich zu Beginn, in Claudio Monteverdis "Pianto della Madonna", galt es, der Spannung aus polyphoner Stimmführung und homophonem Klangempfinden standzuhalten. Intonation, Artikulation und Rhythmus, all das schien zu sitzen, doch - was meist fehlte, war der Fluss.Selbstverständlich hat ein solches Werk ein Gerüst, das ausgeklügelt und faszinierend ist, doch richtig faszinierend wird es, wenn sich die Sänger so weit davon lösen können, dass es in den Hintergrund rückt und die Stimmen zu fließen scheinen. Bemerkenswert hingegen der volle, weiche und gut gemischte Klang des Chors, ein Klang, der später in den romantischen Liedern noch voll zur Geltung kommen sollte.

Klare Aussage

Auch in vic Nees' "Magnificat" aus dem Jahr 1981 konnte dieser Klang immer wieder durchscheinen, die polyphone Stimmführung gelang diesmal selbstbewusster und fließender als zu Anfang. Die helle und sehr direkte Sopranstimme der Solistin Ina Jannsen konnte sich gut abheben gegen den Chorklang. So formte sie die sich aufschwingende Melodie zu Beginn des Soloparts bestimmt und zielgerichtet, eine ganz klare Aussage, auch für den Rest des Werkes sollte sie das so beibehalten.Technisch anspruchsvoll gestalteten sich die Aufgaben des Chores: komplizierte Intervallsprünge, teils impressionistisch anmutende Klänge synkopisierte Rhythmen. Dies alles gelang sehr gut, nur fehlte wiederum das letzte Quäntchen, der Fluss, der aus der Freiheit entsteht, in großen einheiten, in Bögen zu denken. Wirklich fesselnd hingegen der Mittelteil in den Frauenstimmen: Akkorde voller Spannung - Reibungen, die sich "auflösten" in eine neue Spannung.Die Fähigkeit des Chores zu vollen Klängen beeindruckte in den romantischen Liedern von Felix Mendelssohn Bartholdy, Johannes Brahms, und Robert Schumann sowie im "Minnelied" von Ernst-Lothar von Knorr.

Der Umgang mit der Musik gestaltete sich bei diesen Werken spielerischer. Somit war auch die Freiheit gegeben für eine gelöste, eine ganz selbstverständlich wirkende, fließende Agogik. sus





 

Evangelische Zeitung (30. Januar 2005, Gerd Bösenberg)

"Sopran hob sich wie eine Lerche empor"
Einen Leckerbissen für Freunde des A-capella-Gesangs bot der „Junge Kammerchor Hannover“, der von Andreas Mattersteig geleitet wird, am vergangenen Sonnabend in der Markuskirche. Der fein abgestimmte dreißigköpfige Chor, der Stücke aus vielen Epochen und Stilrichtungen in seinem Programm hat, sang Kostproben von Monteverdi, Bach Rheinberger und Vic Nees, im zweiten Konzertteil romantische Kunstlieder von Mendelssohn, Schumann, Brahms und von Knorr. Aus dem großen Repertoire von Jazz Arrangements, Pop-Klassikern und Swing-Standards, die der Chor auch beherrscht, war dieses mal nichts zu hören. Etwas derb geriet das „Lamento der Ariadne“ von Claudio Monteverdi, das Nico van der Meel für fünfstimmigen Chor bearbeitet hat. Doch der Chorklang und der musikalische Ausdruck der späten Renaissance saßen gut.
Hauptstück des Konzertes war ein Magnificat des belgischen Komponisten Vic Nees von 1981 für Chor und Sopran-Solo, in dem harmonisch dicht, drängende Stakkatopartien des Chores die Kantilene des Soprans hart attackierten. Ein außergewöhnlicher kompositorischer Einfall für einen: „Lobgesang der Maria“. Doch der leicht klingende helle Sopran der Solistin Ina Jannsen hob sich wie eine Lerche immer wieder empor. Dies ist eine wunderbare neue Stimme im hiesigen Konzertleben. Lupenrein sang Ina Jannsen noch eine Arie aus der Bach-Kantate Nr. 51 (Jauchzet Gott in allen Landen).

Im romantischen Teil des Konzerts brachte der Chor die geforderten schlichten Gesangslinien der Kunstlieder gut zur Geltung – Mendelssohn, Brahms, Schumann. Hier kam allerdings der Verdacht auf, dass die Sängerinnen und Sänger manches etwas ironisch eingefärbt hatten. Kein Wunder bei den romantisierenden Texten, die der junge Chor bei diesem Konzert zu singen hatte.





 

Deister-Aktuell (19./20. Oktober 2002) VOM HEIDERÖSLEIN KEINE SPUR. Junger Kammerchor Hannover brilliert mit einem aussergewöhnlichen Konzert BARSINGHAUSEN (rk). Sicherlich kommen jetzt die üblichen Lieder, von Montanara bis Waldesgrün, mag mancher gedacht haben (...) Weit gefehlt! Was der Junge Kammerchor Hannover mit seinen 30 Sängerinnen und Sängern den Zuhörern servierte, kann man nur schwer in Worte fassen. Das muß man gehört haben! (...) Da auch die Schutzheilige der Musik, St. Cecilia, im Programm vertreten wäre, könne das nur Gutes bedeuten. Was dann folgte, erzeugte Atemlosigkeit. Der Kammerchor begann mit einem Reigen von (...) Gesängen, die unter die Haut gingen. Dem Publikum bot sich ein homogener Klangkärper der Spitzenklasse, der den Vergleich mit einem Instrumentalorchester nicht zu scheuen brauchte. Was die Sängerinnen und Sänger darboten, bewies nicht nur die hohe Musikalität der Interpreten, sondern auch ein Gespür für feine Klänge. (...) Mit Spannung erwartet: Titel (...) mit südamerikanischem Flair, über Jazz, Pop und Gospels (...). Fein abgestufte Harmonien, (...) immer wieder durch rasante Passagen unterbrochen, ließen kaum endenden Beifall aufkommen. Wenn es der christliche Ort aus Pietätsgründen nicht verboten hätte; die Zuhörer wären wohl vor Begeisterung auf die Bänke gesprungen. Man merkte den Sängerinnen und Sängern förmlich an, dass ihnen die Musik unbändigen Spaß bereitete. Herrlich komisch am Ende eine Einlage, bei der die Bässe, sonst immer im Hintergrund, in den Vordergrund traten, um den Titel "Versuch's mal mit 'nem Bass" zu präsentieren. Gerne - hoffentlich bei einem Wiedersehen!


 

Deister-Leine-Zeitung (14. Oktober 2002, Jennifer Böhme) "HIMMLISCHE" GESÄNGE GEMIXT MIT JAZZ- UND POP-KLASSIKERN.Junger Kammerchor Hannover tritt erstmals in der Klosterkirche auf BARSINGHAUSEN. Ergriffenes Schweigen erfüllt die Klosterkirche. Nachdem die letzten Töne der "Hymn to St. Cecilia" verklungen sind, hätte man eine Stecknadel auf den Boden fallen hören. Von einer Sekunde auf die andere bricht die nahezu gespenstige Stille jedoch ab - die 150 Zuhörer klatschen begeistert Beifall. [...] Im Altarraum hatten sich die jungen Sängerinnen und Sänger aufgestellt und schon mit ihrem Konzertauftakt stellte das Ensemble A-capella seine Ausdruckskraft und Stimmgewalt, unterstützt durch die hervorragende Akustik in den alten Kirchengemäuern, unter Beweis. Der "himmlische" Gesang, das "Ave Maria" von Sergej Rachmaninow, und die "Hymn to St. Cecilia" (...) des britischen Komponisten Edward Benjamin Britten jagten den 150 Zuhörern wohlige Schauer über den Rücken. Dann jedoch die Zäsur: Voller Dramatik brachte Moritz Backhaus die Hillebrand-Orgel auf der Empore der Klosterkirche noch einmal zum Erklingen, bevor der "Junge Kammerchor" mit Liedern aus aller Welt "von Spanien nach Schweden" den "heiteren Teil" des Konzertes anstimmte. Mit Jazz- und Pop-Klassikern (...) fand das erste Gastspiel (...) in Barsinghausen einen gelungenen Abschluss.



 

Kirchenzeitung vom 16. Dezember 2001: DIE AKUSTIK WURDE ALS HERAUSFORDERUNG GEMEISTERT. Junger Kammerchor Hannover gibt Adventskonzert/Auch Zuhörer sangen mit Den Abschluß der diesjährigen Konzertreihe in der Basilika St. Clemens gestaltete der "Junge Kammerchor Hannover" mit einem abwechslungsreichen Chorkonzert im Advent. Die Kirche war voll besetzt, und mancher Zuhörer fand nur noch auf den zusätzlich bereitgestellten Stühlen Platz. Die Besucherresonanz ist sicher auch ein Zeichen für den guten Ruf, den sich der an Jahren und auch in der Besetzung junge Chor unter Leitung von Andreas Mattersteig inzwischen erworben hat. Das a-capella-Konzert begann mit einem schwungvoll-frisch vorgetragenen "himmlischen" Gesang von der hohen Empore der Basilika: dem "Jubilate Deo" von Orlando di Lasso, dem später noch ein "Gloria Patri" vom selben Komponisten folgte. Dazwischen erklang ein von dem hannoverschen Chorleiter Andreas Adolf komponiertes, der Neo-Romantik nachempfundenes, mächtiges "Kyrie". Nun hatte sich der Chor unter der Kuppel aufgestellt und präsentierte weihnachtliche Lieder, wobei der schöne Chorklang des Ensembles leider anfangs sozusagen in der Kuppel verschwand. Aber die Sängerinnen und Sänger hatten sich bald auf die besonderen akustischen Verhältnisse in St. Clemens eingestellt. Das Adventslied "Macht hoch die Tür" durften die Zuhörer mitsingen.
Nach diesem ersten Teil des Konzertes spielte Martin Helge Lüssenhop, der eigentlich Pianist ist, auf der Klais-Orgel sehr gedehnt das "Concerto in F" von Georg Friedrich Händel, das vom Ursprung her ein Konzert für Orgel und Orchester ist. Die Vorträge des Chores verband Lüssenhop sehr geschickt mit freien Orgelimprovisationen.
Marienlieder bestimmten den zweiten Teil des Abends. Von Henryk Goretzky (geboren 1933 in Polen) war "Totus Tuus" in einer sehr fein modulierten Interpretation zu hören. Neben anderem gab es ein "Ave Maria" von Rachmaninov, das der Chor mit hoher Musikalität gut in der Schwebe hielt. Mit klangschönen Harmonien folgte die frühe Antiphon "Regina coeli laetare", später auch "Alma redemptoris Mater". Auffallend war in diesem Marien-Zyklus das englische Madrigal "I sing of a maiden" aus dem 15. Jahrhundert.
Mit zwei rhythmisch ausgeprägten Spirituals schloss das stilistisch farbige Konzert. Es gab vehementen, verdienten Applaus, wofür sich der Chor mit einem musikalischen "Irischen Segenswunsch" als Zugabe bedankte. [Gerd Bösenberg]





 

Leine-Zeitung (15. Mai 2001) SÄNGER BEGEISTERN MIT GESANG UND TANZ. Junger Kammerchor singt geistliche Lieder und Volkslieder

LETTER. Eine Überraschung haben die Zuhörer in der St.-Michael-Kirche erlebt. Der Junge Kammerchor Hannover hatte sich leise auf der Empore aufgestellt und plötzlich das Kirchenschiff mit kräftigen Stimmen gefüllt.
"Gloria Patri" und "Jubilate Deo" des niederländischen Renaissancekomponisten Orlando di Lasso waren die ersten Stücke im abwechslungsreichen Programm des Chores, der erste Teil war der geistlichen Chormusik gewidmet. Der Chor sang ohne Begleitung, für spannende Klangeffekte zwischen den Stücken sorgte der 15-jährige Schlagzeuger Timm Fitschen, indem er beispielsweise ein großes Blech rhythmisch bewegte. Die jungen Stimmen des Chores entwickelten besonders bei den geistlichen Kompositionen einen klaren und transparenten Klang. Dirigent Andreas Mattersteig entlockte seinem Chor bei Sergey Rachmaninovs "Ave Maria" viel Intensität und Gefühl. Für einen Stimmungswechsel sorgte der Gitarrist Maik Schwanke mit einem temperamentvollen Stück des Spaniers Isaac Albeniz und einer eigenen Improvisation.
Im zweiten Teil des Programms warfen die Chorsänger die ernste Stimmung des Anfangs ab und machten die Zuhörer auch noch zu Zuschauern: Sie tanzten als Paare oder unterstrichen den Gesang mit Gestik. Ein deutsches und ein italienisches Volkslied dienten zum Warmtanzen. Danach folgte ein bunter Reigen internationaler Volkslieder, bei dem der Chor immer wieder mit Bewegung und Gestik das Publikum zum Schmunzeln brachte.
Mit einem irischen Segensgruß als Zugabe schickten die Sänger die Konzertbesucher auf den Heimweg.





 

Evangelische Zeitung (18. Februar 2001) JUNGER KAMMERCHOR BEGEISTERTE SEIN PUBLIKUM

KLOSTERKIRCHE MARIENWERDER. Am vergangenen Sonntag trat dort der "Junge Kammerchor Hannover" unter Leitung von Andreas Mattersteig auf und präsentierte geistliche a-capella-Chormusik und Lieder aus aller Welt (...) Der Chor ist jung an Jahren und jung in der Besetzung. Das ist deutlich spürbar beim musikalischen Schwung, den die Sängerinnen und Sänger rüberbringen, und an der Freude, mit der sie singen. Das ist auch zu merken an dem Mut, neue Ideen in den Chorgesang einzubringen (...)
Im zweiten Teil des Konzertes sang der Chor klangschöne und harmoniereiche Sätze von Liedern aus aller Welt. (...) Hier gab es neben dem Hörgenuss auch etwas zu sehen: Pantomime und Bewegung zum Gesang. Bestimmt war dies sehr schwierig umzusetzen, aber sehr wirkungsvoll. (...)
Das anregende, bunte Konzert endete mit einem musikalischen "Irischen Segenswunsch" für den Heimweg. Das Publikum in der überfüllten Kirche war beistert.





 

Wochenblatt Garbsen/Seelze - Umschau (28. Juni 2000) DOPPELTER KUNSTGENUSS LETTER. Ärgern dürfen sich die Liebhaber des Chorgesangs, die am vergangenen Sonntag nicht in der St. Michaelkirche waren. Sie verpassten nämlich den ebenso erfrischenden wie gelungenen Auftritt des Jungen Kammerchors Hannover unter Leitung von Andreas Mattersteig. Diszipliniert und doch mit faszinierender Leichtigkeit interpretierten die jungen Sängerinnen und Sänger das von John Rutter vertonte "Magnifikat". Der lang anhaltende Applaus galt auch den Solisten Katrin Habekost (Sopran) und Martin Lüssenhop (Klavier), die sich dem hohen Niveau mühelos anpassten. Die ernste zeitgenässische Kirchenmusik war kaum verklungen, da verblüffte und erheiterte der Chor die Zuhörer mit "Herrn Pastor sien Kauh" und mit dem Besuch in der "Bar zum Krokodil" (...)



 

 

Aktualisiert (Samstag, den 01. Mai 2010 um 20:37 Uhr)